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Gerstensaft gibt Lebenskraft

Hausbier Teil 1: Bellheimer Lord

Neben dem Bier aus unserer Hausbrauerei, findet sich in den Haushalten meiner engen Familienangehörigen im Allgemeinen noch jeweils min. 2-3 verschiedene Biere.

Den Anfang in dieser Reihe macht das Bellheimer Lord. Die Ursprünge der Brauerei Park Bellheimer AG gehen bis 1865 zurück, das Bellheimer Lord wird aber erst seit 2001 gebraut. Normalerweise trinke ich ja Pils nur als 0,33l aus der Flasche, aber beim Bellheimer Lord gehen auch 0,5l gut weg. Das Bier ist relativ mild und hat einen ganz leichten Hopfengeschmack, der sagt mir richtig zu. Ab gesehen vom Vogelbräu ist dies das einzige Pilsner, was ich im Moment regelmäßig trinke.

Tag des Bieres 2009

Tag des Bieres im Büro
Natürlich haben auch wir den Tag des Bieres nicht vergessen. Eine kleine Gruppe meiner Arbeitskollegen würdigte diesen bedeutenden Tag mit mir - und mit 2x 5l Vogelbier. Es gab Pils (ganzjährig) und ein richtig süffiges Lagerbier.
Einzig und allein die Auswahl an Biergläsern im Büro lässt zu wünschen übrig, also habe ich mir selbst was mitgebracht.

Grafenwalder…

In einem Anflug von Verrücktheit habe ich letztens beim Einkauf im Lidl zwei Bier der Hausmarke Grafenwalder mitgenommen.

Grafenwalder Hefe Weissbier

Das “Premium” Pils Grafenwalder Gold schmeckt nach Hopfen, mehr auch nicht… Allein die Plastikflasche ist schon absolut mies…
Das “Hefe Weissbier” geht natürlich nicht direkt aus der Plastikflasche, statt dessen gibts ein Eichbaum-Glas, in meine normalen Weizen-Gläser kommt das ja nicht! Die Krone ist mal nicht vorhanden. Und der Geschmack…, der hat hier niemanden an Weißbier erinnert… leider nicht mal an Bier :(

Original Budweiser: Budvar

Erst ein Ösi-Bier, jetzt eins aus Tschechien, wird das ein EM-Biertests? Nein, nicht mit uns!
Wer jetzt meint, das läge daran, daß wir Probleme hätten, z.B. Bier aus Rumänien zu bekommen, der hat weit gefehlt. Statt dessen nervt so langsam die Werbung verschiedenster Unternehmen, die eigentlich rein gar nichts mit der EM oder gar Fußball zu tun haben. Tschechisches Bier trinken wir trotzdem - und zwar Budweiser.
Wer den Namensstreit zwischen Anheuser-Busch und Budějovický Budvar nicht kennt, der ist wohl aus Zufall hier gelandet. Deshalb wollen wir uns gar nicht lange damit aufhalten. Bud schmeckt nämlich wirklich wie Gerstenwasser und Budweiser ist richtiges Bier! Wobei anzumerken ist, daß es trotz allem richtig mild ist. Der feine Hopfengeschmack hat was - darauf ist man bei Budweiser auch besonders stolz. Kohlensäure gibts hier übrigens auch genug ;) Budweiser taugt übrigens gar nicht als EM-Bier: 1. es ist zu teuer um es sinnlos zu versaufen und 2. ist die - zugegebenermaßen hübsche - Banderole nicht vom Flaschenhals zu bekommen und somit nichts für Flaschenkinder.

Bier aus der Bügelflasche

Flensburger stellt sich gleich mal besonders harten Anforderungen. In der 0,33l Bügelflasche gibt es auch Weizenbier: “Naturtrüb & Frisch”. Gegen die Frische ist nichts einzuwenden, aber richtig naturtrüb ist das Bier irgendwie nicht - zumindest kann man noch relativ gut durchsehen (ein Kristallweizen ist es aber auch nicht). Das Prädikat “nördlichstes Weizen der Republik” verdient es aber auf jeden Fall, denn prikelnd ist es allemal. Auch die Gratwanderung zwischen herb (nordisch) und fruchtig (Weizen) gelingt perfekt. An das Bier könnte ich mich gewöhnen - aber Weizenbier aus der Flasche bleibt ein Tabu!
Dagegen kann man das Flensburger Gold problemlos aus der Flasche trinken. Es ist natürlich ein Pilsner, mit 4,8% hat es für ein “mildes” Bier relativ viel Alkohol, aber mild bezieht sich hier wohl nur auf den Geschmack - der ist ganz und gar nicht typisch nordisch herb. 2005 wurde das Bier mit dem Goldenen Preis der DLG ausgezeichnet, durchaus verständlich. Gut an dem Bier ist auch der Kohlensäuregehalt ;)
Zur Jahreszeit hats zwar nicht gepasst, aber das Flensburger Winterbock musste trotzdem probiert werden. Irgendein Restbestand war noch auffindbar, obwohl es das Bier nur in der Wintersaison gibt - da gehört es auch hin. Mit 7,0% Alkoholgehalt ist es kräftig und auch der Geschmack ist würzig und etwas malzig. Passend für die kalte Jahreszeit - nur will ich dann nicht an der See sein ;)
Ein weiteres Bier aus der Privatbrauerei Karl Hintz kommt auch in der Bügelflasche daher: das Dithmarscher Pilsener. Es ist deutlich milder als das bereits getestete Dithmarscher Urtyp. Im Alkoholgehalt (4,8%) und bei der Stammwürze (11,6%) sind sich die beiden jedoch sehr ähnlich, auch wenn ich den Urtyp als etwas gehaltvoller empfunden habe und vorziehen würde.

Original Kieler Bier

Nachdem ich in den letzten Tagen immer über Bier aus Flensburg, von der Nordsee oder aus Niedersachsen geschrieben habe, kommt Kiel selbst endlich auch mal an die Reihe. Da es keine (mir bekannte) Großbrauerei gibt, hat es uns in die Innenstadt an den alten Markt verschlagen. Dort befindet sich die Kielerei Brauerei, eine Hausbrauerei die seit 1988 besteht. Leider haben wir mit Freitag den falschen Tag dort erwischt, denn ab 20Uhr gibt es “Pary-Musik” - wem’s gefällt. Uns war dabei Essen & Bier wichtiger. Die Portionen dort sind nicht gerade günstig, aber sowas von üppig… ich glaube uns hätte eine normale Portion zusammen gereicht. Statt dessen gab es einmal ein Holzfällersteak (wenn man badisches Essen gewöhnt ist, fehlt einem die Soße) und ein Brauerbrett: Brot mit Mett- und Leberwurst, Schmalz, Kassler und viel Zwiebeln.
Neben dem Ausschank von Münchner Löwenbräu gibts dort auch selbstgebraute Biere. Gleich vorweg: daß manches Bier für meinen Geschmack zu wenig Kohlensäure hat, dürfte ja schon bekannt sein… Schön an den meisten Hausbrauerei ist, daß das Bier natürlich unfiltriert belassen wird - so auch hier. Das Kieler Bier hat den Beinahmen “das Unfiltrierte” und schmeckt auch ganz gut. Die Farbe ist leicht dunkelgelb und es hat eine feine Krone. Zur zweiten Wahl wurde mir gesagt, daß es leider entgegen der Karte kein Schwarzbier gäbe sondern “nur” Maibock. Das trinke ich natürlich auch liebend gerne und ich muß sagen: es war um Längen besser als das “normale Bier”. Zwar hat die wenige Kohlensäure das Geschmackserlebnis etwas getrübt, doch hier hat man ein richtig eigentümliches Bockbier erhalten, davon kann man ruhig ein paar mehr trinken. Sehr viel Alkohol hat es aber wohl nicht gehabt - zumindest nicht so, daß ich es gemerkt hätte ;)
Besonders interessant fand ich übrigens das Zapfen am Tisch, d.h. man konnte sich kleine Bierfässer (4,5l; 10l; 20l; 30l) an den Tisch kommen lassen um dort selbst zu Zapfen. Sicherlich eine lustige Angelegenheit mit ein paar Freunden oder Kollegen. Wie bei den meisten Brauereien gibt es auch in Kiel Führungen - oder man schaut einfach im Keller durch große Fenster einfach mal auf die Gärbottiche.

Nordisches Bier ist herb

Hier möchte ich zwei Biere der Privatbrauerei Karl Hintz aus Marne beschreiben. Leider bin ich damit wieder an der Nordsee gelandet (von Kiel aus dürften das so 80-100km Entfernung sein), zu lokalem Bier kommen wir dann morgen.
Also zurück zu dem Dithmarscher Bier. Zur Auswahl stand erstmal das “Achtern Diek Landbier”, ein Pils zu dem ich leider keine weitere Infos auf Webseiten oder ähnliches gefunden habe. Dabei hat mich der Geschmack stark an das Rothaus Tannenzäpfle erinnert - nur etwas “holziger”. Vielleicht sollte man sich auch hier überlegen auf 0,33l Flaschen umzusteigen, das Bier hat echt Potenzial.
Eben als 0,33l Flasche (aber die kleine knubbelige) gibts das “Dithmarscher Urtyp”, ein schön herbes Lagerbier. Der Alkoholgehalt ist mir 4,9% im üblichen Rahmen, begeistert hat mich hierbei der bittere Nachgeschmack. Ein gutes Bier für Zwischendurch am rauhen Nordsee- (oder Ostsee-) Strand!

Zu japanischem Essen…

…gehört japanisches Bier.
Kirin Ichiban - Japanisches LagerbierNormalerweise geht es hier ja ausschließlich um Bier, doch heute muß ich auch über das dazugehörige Essen berichten. Vorgestern war ich mit meiner Freundin Sushi essen. Passend zu der japanischen Delikatesse habe ich mir ein japanisches Bier bestellt: Kirin Ichiban. “Ichiban” heißt so viel wie “Nummer 1″ - Kirin Ichiban ist ein Premium Lagerbier. Für den europäischen Markt wird das Bier seit einigen Jahren in Großbritannien produziert. Im Gegensatz zu den meisten anderen asiatischen Bieren ist es aber weder durch zu wenig Kohlensäure noch einen laschen Geschmack aufgefallen.
Noch besser war jedoch das Sushi. Immerhin weiß ich jetzt den Unterschied zwischen Nigiri und Maki - denn diese beiden Arten befanden sich auf meiner Platte. Der absolute Hammer war jedoch Aal. Leider habe ich den Eintrag nicht auf der Online-Speisekarte gefunden, der genau Name wird noch nachgereicht - ein absoluter Leckerbissen!

Update: Der geräucherte Aal heißt “unagi”, leider gibts diese Speise nicht immer, also hoffen ;)

Ist Ösi-Bier EM-fähig?

stieglSo kurz vor der EM darf natürlich ein Test von österreicherischem Bier nicht fehlen. An ein Original Stiegl bin ich übrigens durch einen Freund gekommen, der dort freiwillig im Kurz-Exil lebt. Die Grund war recht einfach: wann trinkt man denn in Deutschland noch (gutes) Dosenbier? Normalerweise gar nicht (Dosen sind auch ekelhaft :D)!
Hier haben wir aber eine Ausnahme gemacht. Die Ursprünge der Stiegl-Brauerei gehen bis ins Jahr 1492 (womöglich hatte Kolumbus ja eins dabei, Leif Eriksson hatte mit seinem Met aber sicherlich den geschmacklicheren Erfolg, erm zurück zum Bier… ;)) und heute ist man noch stolz darauf, weiterhin Privatbrauerei zu sein - die größte in ganz Österreich. Ganz oben auf dem Treppchen wird Österreichen bzw. deren Bier jedoch nicht stehen. Es ist mit seiner relativ hellen Farbe zwar relativ geschmackvoll - auch aus der Dose - bietet jedoch leider nichts wirklich besonderes… Das leicht hopfige Bier aus der Salzburger Privaterbrauerei ist also ein Allerweltspils.

Helles?

Auch bei uns wird der Tag des Bieres natürlich nicht vergessen. So war gestern mal wieder ein Besuch im Ettlinger Vogelbräu angesagt. Dort gibt es im Moment neben dem ganzjährigen Pils auch “Bayrisch Helles”. Meine Bestellung wäre beinahe schief gegangen: Ich habe ein Helles bestellt und bekam zur Antwort “1 Pils”. “Erm, nein, ein Helles” - “Ja, also Pils” - “Wie ihr habt kein Bayrisch Helles mehr?” - “Ja doch, aber Helles ist doch Pils…”
Die gute Dame wird das hier wohl nie lesen und ich sehe es ihr auch nach, aber “Helles” ist zwar stark verwandt mit dem Pils, braukunst-historisch jedoch eindeutig das ältere Bier und somit für mich absolut kein “Pils” ;). Und der hopfig, herbe Geschmack des Pils ist nun eindeutig anders.
Mal abgesehen davon, wenn man in Baden ein Helles bestellt, bekommt man normalerweise ein Weißbier oder (außerhalb Bayerns üblicher) ein helles Hefeweizen. Doch darauf müssen wir im Vogel leider noch bis Ende nächsten Monats warten…

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